Archiv der Kategorie 'Demos & Termine'

Naziübergriff in Berlin

Angriffe von Neonazis auf linke AktivistInnen oder Menschen, die sie für solche halten, häufen sich.
Menschen werden fast totgeschlagen, die Täter entkommen oft unerkannt. Solange eindeutige Beweise fehlen, sind die Geschädigten und auch die Justiz machtlos, selbst, wenn im Grunde jedem klar ist, wer die Täter sind. Es bleibt zu hoffen, dass die Neonazis, die einen Jugendlichen gestern morgen in Berlin halb tot schlugen, identifiziert & bestraft werden können. Helfen tut das trotzdem niemandem mehr.

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In den Morgenstunden des 12. Juli schlugen Nazis in Berlin – Friedrichshain einen alternativen Jugendlichen halb tot. Am „Ringcenter“ wurde er um 5:45Uhr von vier Nazis, die dort bereits randalierten, angegriffen. Sie schlugen ihn zu Boden und traten unzählige Male auf seinen Kopf ein. Selbst als er schon bewusstlos war traktierten sie weiter seinen Kopf mit Tritten. Passanten schrien dazwischen, dass die Nazis von ihm ablassen sollen, da sich ihr Opfer schon nicht einmal mehr bewegte. Drei der Neonazis ließen von ihm ab, während der vierte den Bewusstlosen in Richtung Bürgersteig zerrte, mit der Absicht ihm, mit einem „Bordstein-Kick“, Schädel und Kiefer zu zertrümmern. Doch da der Bewusstlose zu schwer war, legte ihn auf dem Fahrradweg ab, positionierte dessen Kopf mit dem Gesicht zum Beton und trat ihm mit einem massiven Tritt auf den Schädel. Selbst als die Polizei eintraf, trat er immer noch auf dessen Kopf ein. Während des gesamten Übergriffs filmten die Nazis ihre Tat die ganze Zeit mit dem Handy und brüllten Sätze wie „Das hast du verdient!“.

Der Übergriff an diesem Sonntag war kein Einzelfall. Erst letzten Monat (14.Juni 2009) wurden zwei Linke im Friedrichshain von Neonazis mit einem Messer angegriffen. Die zwei hatten zuvor den Angreifer und dessen Begleitung versucht zur Rede zu stellen, da beide Klamotten der Marke „Thor Steinar“ trugen. Eine_r der Antifaschist_innen trug im Zuge der Auseinandersetzung eine tiefe Schnittverletzung am Arm davon. Dieser Angriff geschah ebenfalls auf der Frankfurter Allee. Gerade hier kommt es häufiger zu Übergriffen von rechtsgerichteten Besucher_innen des „Jeton“-Clubs.

Das Opfer des Übergriffs vom Sonntag liegt derzeit stationär mit schweren Verletzungen, einem Jochbeinbruch und Hirnblutungen im Krankenhaus. Für uns ist es in diesem Moment schwierig Worte zu finden für das, was an diesem Morgen passiert ist. Es fällt uns schwer an diesem Punkt mit der üblichen politischen Routine zu beginnen, die sich an die Grenzen des symbolischen Protestes halten. Zu widerwärtig, zu menschenverachtend war das, was diese miesen Faschisten-Schweine diesem Menschen angetan haben. Ja, wir haben abgrundtiefen Hass gegen Nazis. Und das ist auch richtig so! Wieso sollen wir Menschen achten, die das Leben an sich nicht achten und sich über alles und jeden hinwegsetzen? Wir haben keinen Bock mehr darauf weiter einstecken zu müssen. Während in Friedrichshain auf der einen Seite gemütlich Cocktails geschlürft werden, müssen andererorts, nicht weit entfernt Migrant_innen, Punks, nicht Heterosexuelle, alternative Menschen usw. damit rechnen von dem rechten Scheißpack geschlagen, bedroht oder gar umgebracht zu werden.

Wir werden darum am Samstag, den 18. Juli, auf die Straße gehen um zu zeigen, dass wir es nicht mehr zulassen, dass die Nazi-Schweine unsere Freunde halb tot prügeln. Wir gehen auf die Straße nicht nur für unsere Freunde, sondern auch für alle anderen Opfer rechter Gewalt, wie z.B. den 19-jährigen vietnamesischen Zigarettenhändler Chan Dong N., der im August letzten Jahres in Marzahn von einem Bürgerwehr-Deutschen umgebracht wurde. Wir gehen gerade auch deswegen für diese Menschen auf die Straße, weil wir uns dem bewusst sind, dass sie eben nicht die Lobby einer Alternativen Szene „genießen“, da zu der Gedenk-Aktion für Chan Dong N., zu der sich gerade mal rund 150 Menschen in einen Ostberliner Randbezirk wagen. Mit der Demo am kommenden Samstag wollen wir den Nazis im Viertel ein offensives „Fickt euch!“ entgegen schreien, gleichzeitig aber auch klarstellen, dass „die Friedrichshainer Szene“ endlich mal klar kommen soll, dass sie merken muss, das ihr Heititeiti-Szene-Biotop nicht die wunderbare Welt ist, für das sie es so gern halten. Wenn einige Leute nur dann noch zu antifaschistischen Demonstrationen gehen, wenn der „Party-Faktor“ durch die entsprechende Anzahl an Elektro-Soundsystems auf der Demo gesichert ist, muß jede_r sich fragen worum es einem selbst eigentlich geht. Nazis lassen sich nicht wegraven, genau so wenig wie der Umstand, das wir nach einem durchfeierten Wochenende am Montag wieder für die Konkurrenzgesellschaft den Buckel krumm machen müssen. Jede_r von uns hat die verdammte Pflicht die Nazis da zu bekämpfen wo sie auftauchen – überall! – und nicht erst wenn „Thor Steinar“ einen Laden im „eigenen Kiez“ eröffnet.

Wandelt Wut in Widerstand! | Nazis mit allen Mitteln bekämpfen – überall – jederzeit!

Demo: Samstag | 18. Juli 2009 | 18.00 Uhr | Bersarin Platz
Soli-Party für das Opfer: 24.Juli 2009 | 23.00 Uhr Köpi | Köpenickerstr. 137

Quelle: Indymedia

Hinterm Zaun…

…liegt der Abenteuerspielplatz, der Grillplatz, der Park, der Sportplatz, der Bauwagenplatz, das Freilufttheater, der Badesse, das Jugendzentrum, die Kindertagesstätte, das Gemüsebett, der Rosengarten, das Maislabyrinth und noch viel viel mehr. Und das alles nebeneinander, denn 4 Millionen Quadratmeter bieten genug Platz, um alle Wünsche auf einmal zu erfüllen.

8 km Zaun sind nicht genug, um die Erfüllung dieser Träume zu verhindern!
Startkapital zur Realisierung der Vorstellungen gibt es auch schon, denn der Zaun wird zur Zeit bei EBAY versteigert. An Selbstabholer. Wir werden ihn morgen in transportgerechte Stücke zerlegen.

Mehr Bildung für Demonstrationsteilnehmer, bitte!

Mittwoch, 9 Uhr in Hamburg auf der Edmund-Siemers-Allee: Junge Mädchen hüpfen im Kreis und singen mit Piepsstimme: „Bildung für alle und zwar umsonst“. SchülerInnen, höchstens 15 Jahre alt setzen sich vor ein laut hupendes Auto um es an der Weiterfahrt zu hindern, ein Kamerateam stürzt hinzu um die genervte Autofahrerin zu interwieven.

10 Uhr. Rund 10.000 Menschen haben sich auf dem Uni-Campus versammelt. Vom Lautsprecherwagen kommt immer wieder die Ansage, die Demo könne sich nicht in Bewegung setzen bevor nicht weitere 100 Personen sich dazu bereiterklärten, als Ordner zu fungieren. Unter Antifafahnen brüllen Menschen Parolen, die nicht zum Thema der Bildungsstreikdemo passen und gegen 11 Uhr kann sich der Demonstrationszug endlich in Bewegung setzen.


Das kommentierte Vorlesungsverzeichnis liegt im Dreck.

Schon nach wenigen Metern fühlen sich die Personen aus dem Antikapitalistischen Block durch die permanente Polizeibegleitung, die sich hauptsächlich nur auf diesen Abschnitt des Demonstationszuges bezieht, gestört und geistreiche Parolen wie „Bullen ficken Kühe!“ werden geschrieen.

Ähnlich sinnlos ist die Aufforderung, die ein Redner während einer Zwischenkundgebung von sich gibt: Am Donnerstag solle der „Tag des zivilen Ungehorsams“ stattfinden und man solle schwarzfahren um damit im Endeffekt zu erreichen, dass der HVV seine Fahrpreise nicht nur senkt, sondern gleich komplett abschafft. „HVV für alle – und zwar umsonst“ brüllen die Schülerinnen und Studenten, die mit Semester- oder Jahrestickets ausgestattet sind.

Fazit: Gutes Wetter & viele Leute auf der Straße. Insgesamt waren es rund 15.000 Menschen. Es gab einige schöne Transparente und teilweise auch gute Redebeiträge, jedoch hinterließen die vielen unpassenden Parolen und die teilweisen lächerlichen und undurchdachten Forderungen einen bitteren Nachgeschmack.

Brandanschlag auf T-Stube in Rendsburg

Quelle

Letzte Nacht gab es einen Brandanschlag auf das alternative Kuturzentrum „T-Stube“ in Rendsburg.
Der Schaden hält sich zwar in Grenzen, doch ist sie zur Zeit nicht nutzbar.

Dies ist nur ein weiterer Punkt der Gewaltspirale von den selbsternannten Witzfiguren aus dem Spektrum „Autonomer Nationalisten“, wie sie sich in der „AG Kiel“ und „AG Neumünster“ tummeln. Es liegt auch sehr nahe und wäre nicht verwunderlich, wenn es sogar die gleichen Akteure sind, die auch für die jüngsten Anschläge in Neumünster und Kiel verantworlich sind. Denn gerade Nico Seifert pflegt nicht nur nach Kiel sehr gute Kontakte, sondern auch mit Nazis aus Rendsburg führt er enge Freundschaften.

Nichts desto trotz werden wir uns (davon schon gar nicht) von den FaschistInnen einschüchtern lassen.
Aus diesem Grund wird es heute Abend um 19 Uhr eine Spontandemonstration in Rendsburg geben – Treffpunkt ist der Theaterplatz. Erscheint zahlreich und sagt es weiter!!

FIGHT BACK!

Demo gegen eskalierende Nazigewalt in Neumünster

Seit Anfang diesen Jahres wurden in Neumünster mehrere Menschen Ziele von neonazistischen Gewalttaten und Anschlägen. Mehrmals gab es Anschläge auf Wohnhäuser, Fahrzeuge und Menschen. So brannte u.a. ein Auto vor einem alternativen Wohnprojekt aus, es wurde Brandstiftung festgestellt. Nachdem am 16. Mai eine kleine Gruppe TierechtlerInnen von 10 Nazis beim Flugblattverteilen überfallen wurden, erreichte die Gewalt am letzten Wochenende eine neuen Höhepunkt.

In der Nacht vom 6. auf den 7. Juni wurde eine Fensterscheibe eines Mehrfamilienhauses, in dem ein Bündnismitglied und AJZ-Vorstandsmitglied wohnt, mit einem Pflasterstein eingeschmissen. Opfer wurde auch eine benachbarte Familie, ein Hausbewohner verletzte sich an den Scherben und musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Am 7. Juni wurde der Pressesprecher des Bündnis gegen Rechts in seinem Auto von dem Neumünsteraner Neonazi Nico S. und einer weiteren Person ausgebremst. Schließlich wurde mit Hilfe eines Teleskopschlagstocks noch während der Fahrt eine Scheibe am Fahrzeug des Bündnismitgliedes zerschlagen. Der in Neumünster-Einfeld wohnende Nico S. gehört zum aktiven Kern der „Aktionsgruppe Neumünster“ und zum Umfeld der „Ag Kiel“.

Die Antifaschistische Aktion Neumünster und das Bündnis gegen Rechts Neumünster rufen für Samstag, 13.6.09 zu einer Demonstration unter dem Motto „Schluss mit der Nazigewalt!“ in Neumünster-Einfeld auf.
Treffpunkt ist um 11.30 Uhr am Bahnhof Neumünster-Einfeld.

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