Die Piratenpartei feiert einen Menschen, der mehr als 1000 Euro für Kinderpornographie ausgegeben haben soll und gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Pädophilie ermittelt, wie einen Helden.
Die NPD prügelt um sich und die Grünen machen rassistische sowie sexistische Wahlwerbung.
Wenn ich mich weiterhin nach dem Ausschlussprinzip durch die Parteienwelt hangle, bleibt mir am Ende wohl nur übrig, ein lustiges Bildchen auf den Wahlzettel zu malen. Ich denk nochmal drüber nach.
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Es hätte ein friedliches Straßenfest werden können.
Doch die Kritiker des Schanzenfestes wollten die von ihnen erwünschten Schlagzeilen sehen und die Polizei ließ das Fest erfolgreich im Chaos enden.
Flohmarktstände auf den Straßen, eine friedliche Party im Park hinter der Flora. Bis gegen 19.30 Uhr Polizeibeamte diese Party umzingelten und wenig später den Park wieder verließen. Unmut machte sich in den Feiernden breit, da niemand nachvollziehen konnte, warum die Polizisten das Gelände für kurze Zeit umstellten. Kopfschüttelnd wurde weitergefeiert, es blieb friedlich.
20 Uhr. In 20er Gruppen marschieren die Polizisten über das Schanzenfest und trüben mit ihrer Anwesenheit die fröhliche, gelassene Stimmung.

21:30 Uhr. Auf der Straße vor der Roten Flora kommt es zu ersten Auseinandersetzungen zwischen SchanzenfestbesucherInnen und der Polizei. Wasserwerfer kommen ohne die obligatorischen drei Vorwarnungen zum Einsatz. Ein Szenario, das sich die ganze Nacht über wieder und wieder ereignen wird.

22:30 Uhr. Ein Funkstreifenwagen vor dem Polizeikommissariat 16 in der Lerchenstraße ist angezündet worden.
Mitternacht. Bauzäune fliegen auf die Straße, wenig später gehen die Polizisten mit grober Gewalt und ohne vorherige Ankündigung auf die friedlichen Teilnehmer einer Sitzblockade vor. Der Wasserwerfer erwischt die BFE und auch die Gäste der umliegenden Restaurants werden nass.

Anschließend brennt und kracht es an mehreren Stellen gleichzeitig. An der Kreuzung Stresemannstraße/Neuer Pferdemarkt wird versucht, mit einem Wasserwerfer eine Mülltonne zu löschen. Der Wasserstrahl treibt diese jedoch bloß vor sich her, die Flammen werden größer. Zwei Polizisten müssen die brennende Mülltonne festhalten, damit der Wasserwerfer sie löschen kann.

02:30 Uhr: Die AnwohnerInnen der Susannenstraße werden aufgefordert, ihre Fenster zu schließen und sich von den Balkonen zu entfernen.
Eher heimlich, still und leise als mit einer großen Eröffnungsparty, ist gestern eine Mc Donalds Filiale im Hamburger Schanzenviertel eröffnet worden.
Haltet Augen und Ohren offen, wenn ihr euch an Aktionen und Demonstrationen beteiligen wollt.
Mittwoch, 9 Uhr in Hamburg auf der Edmund-Siemers-Allee: Junge Mädchen hüpfen im Kreis und singen mit Piepsstimme: „Bildung für alle und zwar umsonst“. SchülerInnen, höchstens 15 Jahre alt setzen sich vor ein laut hupendes Auto um es an der Weiterfahrt zu hindern, ein Kamerateam stürzt hinzu um die genervte Autofahrerin zu interwieven.
10 Uhr. Rund 10.000 Menschen haben sich auf dem Uni-Campus versammelt. Vom Lautsprecherwagen kommt immer wieder die Ansage, die Demo könne sich nicht in Bewegung setzen bevor nicht weitere 100 Personen sich dazu bereiterklärten, als Ordner zu fungieren. Unter Antifafahnen brüllen Menschen Parolen, die nicht zum Thema der Bildungsstreikdemo passen und gegen 11 Uhr kann sich der Demonstrationszug endlich in Bewegung setzen.
Das kommentierte Vorlesungsverzeichnis liegt im Dreck.
Schon nach wenigen Metern fühlen sich die Personen aus dem Antikapitalistischen Block durch die permanente Polizeibegleitung, die sich hauptsächlich nur auf diesen Abschnitt des Demonstationszuges bezieht, gestört und geistreiche Parolen wie „Bullen ficken Kühe!“ werden geschrieen.
Ähnlich sinnlos ist die Aufforderung, die ein Redner während einer Zwischenkundgebung von sich gibt: Am Donnerstag solle der „Tag des zivilen Ungehorsams“ stattfinden und man solle schwarzfahren um damit im Endeffekt zu erreichen, dass der HVV seine Fahrpreise nicht nur senkt, sondern gleich komplett abschafft. „HVV für alle – und zwar umsonst“ brüllen die Schülerinnen und Studenten, die mit Semester- oder Jahrestickets ausgestattet sind.
Fazit: Gutes Wetter & viele Leute auf der Straße. Insgesamt waren es rund 15.000 Menschen. Es gab einige schöne Transparente und teilweise auch gute Redebeiträge, jedoch hinterließen die vielen unpassenden Parolen und die teilweisen lächerlichen und undurchdachten Forderungen einen bitteren Nachgeschmack.
Die Homepages & Flyer, die zur morgigen Bildungsstreikdemo in Hamburg aufrufen, liefern gleich auf zwei verschiedene Arten gute Gründe, die Demo zu unterstützen. Einerseits geschieht dies durch die Auflistung verständlicher und unterstützenswerter Forderungen, andererseits zeigen die auffallend vielen Rechtschreibfehler, wie wichtig es ist, Bildungsblockaden einzureißen.
Forderungen & Rechtschreibfehler sowie den Demoaufruf gibt’s unter anderem hier und hier.
Morgen findet ab 9 Uhr eine Kundgebung auf dem Uni Campus statt, die Demo startet dann um 10 Uhr.